COPACETIC projekt

COPACETIC ist ein internationales Forschungsprojekt, das sich mit der Entstehung und dem Verlauf von COPD beschäftigt.

Rauchen ist die Hauptursache für die Entstehung der Lungenkrankheit COPD. Nicht alle Menschen, die ihr Leben lang rauchen, erkranken an COPD. Es gibt unzählige Geschichten über den bekannten Opa, der bis zu seinem hundertsten Geburtstag täglich geraucht und doch „nie Probleme damit bekommen hat.“ Und obwohl diese Geschichten doch zumeist übertrieben sind, scheinen sie ein Körnchen Wahrheit zu enthalten. Denn längst nicht jeder Raucher erkrankt an COPD. Genauer gesagt: „Nur“ einer von vier Rauchern bekommt COPD.

Warum aber erkranken einige Raucher an COPD und die anderen nicht?Haben die Erkrankten einfach nur Pech gehabt, oder was sind die Gründe dafür?Die COPACETIC-Studie will Antworten finden. Dabei geht es um die Frage, ob womöglich die Erbanlage dafür verantwortlich ist, dass ein Raucher an COPD erkrankt und ein anderer nicht. Möglicherweise erklären Unterschiede in der Erbmasse, warum der Zigarettenrauch bei manchen Rauchern Lungenschäden verursacht und bei anderen nicht.

Wenn dies so ist, müsste die Anfälligkeit für Lungenschäden auf die eine oder andere Weise in der DNA sichtbar werden, dem menschlichen Erbmaterial. (Mehr dazu finden Sie, wenn Sie auf die Schaltfläche „Gene“ klicken.)Dies will die COPACETIC-Studie erforschen. Dazu wurde Erbmaterial von Tausenden Menschen aus verschiedenen Ländern Europas gesammelt.Von Rauchern, die an COPD erkrankt sind, und von Rauchern, die nicht an COPD leiden. Dieses Erbmaterial wird nun genau untersucht. Dabei gehen die Forscher der Frage nach, ob im Erbmaterial von Rauchern, die an COPD erkrankt sind, „Fehler“ stecken, die sich bei Rauchern ohne COPD-Erkrankung nicht nachweisen lassen.

Wenn solche vererbbaren DNA-Fehler gefunden werden, ist dies ein Anzeichen dafür, dass erbliche Unterschiede tatsächlich eine Rolle im Hinblick auf die Anfälligkeit eines Rauchers für COPD spielen. Dies bietet die Möglichkeit, einen Test zu entwickeln, mit dem bestimmt werden kann, welche Menschen ein hohes Risiko haben, an COPD zu erkranken und bei welchen Menschen dieses Risiko erheblich geringer ist.

Dies ist aber noch nicht alles. Wenn im Erbmaterial deutliche Unterschiede zwischen Rauchern mit und ohne COPD-Erkrankung nachgewiesen werden, ist dies auch ein wichtiger Schritt bei der Erforschung der genauen Umstände für das Entstehen von COPD. Denn diese Unterschiede verdeutlichen, welche Gene möglicherweise beim Entstehen von COPD beteiligt sind. Wenn bekannt ist, welche Gene bei der Entstehung von COPD im Spiel sind, lässt sich auch untersuchen, welche Prozesse sich bei der Entstehung von COPD in den Lungen abspielen.

Aus diesem klareren Bild kann dann die Richtung für die Entwicklung von Behandlungsmethoden abgeleitet werden, mit der die Widerstandsfähigkeit der Lungen so erhöht wird, dass die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von COPD geringer wird.Möglicherweise lassen sich dann auch Behandlungsmethoden entwickeln, mit denen eine COPD-Erkrankung im frühen Stadium gestoppt werden kann, sodass sich die Atemwegsbeschwerden nicht fortschreitend verschlechtern.